Jakarta ist zwar ein Drecksloch,
aber beim Ekkehard gefällts uns doch!
Bei der Einreise nach Indonesien, mitten in der Nacht am Flughafen in Jakarta, erlebten wir gleich unseren ersten Schock: Der Grenzbeamte wollte uns nicht ins Land lassen mit der Begründung, dass wir noch nicht im Besitz eines Rückflugticket seien. Es gibt hier zwar eine Regel, dass man seine Ausreiseabsichten belegen können muss, welche aber von verschiedenen Grenzbeamten unterschiedlich ausgelegt wird. Unserer wollte unsere Tickets von Singapur nach Bangkok bzw. von Bangkok nach Hause nicht akzeptieren und machte den klaren Eindruck bestochen werden zu wollen. Als wir nicht auf seine Andeutungen eingingen und stattdessen nach seinem Vorgesetzten fragten, schickte er uns mit der Aufforderung ein Ausreiseticket zu besorgen wieder in den Transitbereich zurück. Dort trafen wir eine Holländerin, der es ähnlich ergangen war. Mit der Hilfe eines Verantwortlichen von AirAsia und weiterer guter Zurede, durften wir nach einer geschlagenen Stunde schließlich doch ins Land (auch ohne ein Ticket gebucht oder Extrageld bezahlt zu haben).
Jakarta ist ein ziemliches Moloch, es ist schmutzig und stinkt, der Verkehr ist völlig verrückt, man braucht ewig um von A nach B zu kommen und außer dem Nationaldenkmal gibt es eigentlich kaum etwas zu sehen. Das einzig Positive war die Freundlichkeit der Indonesier und unsere Unterkunft: Während unserer Zeit in Jakarta konnten wir freundlicherweise bei Ekkehard, einem Verwandten, unterkommen. Hierfür noch ein großes Dankeschön! Im Vergleich zu unseren sonstigen Unterkünften war dies der reine Luxusort. Wir genossen den Pool, das ausgezeichnete Essen sowie das allabendliche Bintang-Bier.
Wir begleiteten Ekkehard in sein Studienkolleg, eine Einrichtung, die Ausländer auf ein Studium in Deutschland vorbereitet, und berichteten dort von unseren Universitätserfahrungen.
Außerdem besorgten wir uns ein Visum für Myanmar, unserem letzen Reiseziel. Das Millitärregime hat wohl große Angst davor ausländische Journalisten ins Land zu lassen und frägt beim Antrag nach allerlei Details. Wir hatten einen Brief zu schreiben, in dem wir z.B. unsere geplante Route angeben mussten, erklären warum wir den Antrag nicht schon von Deutschland aus gestellt hatten und unseren Studentenstatus mittels eines gültigen Studentenausweises nachweisen. Nach drei Tagen Wartezeit bekamen wir aber schließlich unser Visum ohne Probleme ausgestellt.
Am letzten Abend testeten wir auch noch das Nachtleben Jakartas aus. Einer der wenigen Punkte, in denen die Stadt richtig glänzen kann! Die Frauen waren der absolute Hammer, auch wenn das Bier fast schon europäische Preise kostete. Wir starteten den Abend in einer netten Bar mit Livemusik und Billardtischen, dort lernten wir zwei Mädels kennen, mit denen wir anschließend in einen edlen Club weiterzogen. Mit unseren Flip-Flops und Outdoorhose waren wir im Vergleich zu den ganzen Hemd-Trägern mit ihren edlen Schuhen ziemlich underdressed, aber mit unseren Mädels machten wir das wieder wett... ;-)
Als nächstes ging es mit dem Zug durch herrliche Landschaften entlang von Reisfeldern und über tiefe Schluchten weiter nach Bandung, einem weiteren Drecksloch. Dieses ist ebenfalls groß, laut, chaotisch, dreckig und stinkt. Im Gegensatz zu unserem Aufenthalt bei Ekkehard übernachteten wir wieder in einer der angestammten Budgetunterkünfte, diesmal allerdings eher einer der versiffteren Sorte - eine ganz schön harte Umstellung.
Mit dem öffentlichen Nahverkehr unternahmen wir einen Tagesausflug zu einem nahegelegenen Vulkan. In dem Minibus, mit dem in Deutschland maximal acht Personen befördert werden, waren wir mit 20 anderen Menschen zusammengepfercht. Nach dieser Tortur tat es gut, sich beim Herumlaufen um den Krater die Beine vertreten zu können.
Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel Pangandaran, einer kleinen Stadt am Strand, verreckte mal wieder der Bus, das dritte Mal während unserer Reise. Uns störte dies aber nicht großartig, da ohnehin der ganze Tag für die Fahrt drauf ging. Außerdem sieht man hier solche Dinge allgemein etwas gelassener. Nach den großen, chaotischen Städten tut es nun gut, wieder an einem kleineren, ruhigeren Ort zu sein. Heute machten wir eine Tour zum Green Canyon, wo wir in einer Schlucht im grünen Wasser schwimmen und von den Felsen springen konnten.
Unser erster Eindruck von Indonesien, neben der Freundlichkeit der Menschen, ist, dass hier so gut wie jeder raucht und dass die Leute anscheinend kein großes Problem damit haben, nach einer Party betrunken noch heimzufahren. Bezüglich unserer Feldstudien haben wir, wie schon erwähnt, bereits erste Erfahrungen gesammelt. Bevor wir aber ein Resultat veröffentlichen werden, wollen wir uns noch ein externes Gutachten von Medi einholen, den wir am Samstag in Yogjakarta treffen werden.
Morgen machen wir aber zunächst mal einen Surfkurs, dann sind wir also nicht mehr nur massierende Köche oder kochende Masseure, sondern kochende, massierende Surfboys :-) Unser Preis steigt also immer weiter...
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
2 Kommentare:
Na aber hallo, da werdet ihr mit euren ganzen Kursen bald unbezahlbar. Aber dass ihr ja nicht übermütig werdet.
Hatten heute einen echt tollen sonnigen Tag. Aber das wird diese Woche wohl nicht so bleiben.
Wir wünschen euch auf jeden Fall noch viel Spaß, auch mit Medi.
Genießt die letzte Etappe und bis bald.
Liebe Grüße aus Achstetten
Hi Oli,
heute habe ich deine Karte aus Brunei erhalten. Vielen Dank für die bereits geschickten Marken. Aus Kambodscha ist immer noch nichts angekommen. Alle Marken haben die Reise sehr gut überstanden. Deine Auswahl ist toll; es sind sehr schöne Marken.
Wenn ihr nach eurer Indonesienbesichtigung noch nicht wisst, wo ihr als nächstes hinreisen sollt, kann ich euch Osttimor oder auch die Demokratische Republik Timor-Leste vorschlagen. Denn aus diesem Land besitze ich noch keine Briefmarke.
Ansonsten noch einen schönen letzten Monat.
Gruß DER SAMMLER
Kommentar veröffentlichen