denn uns're Reise nun ein Ende hat.
Nach dem Tag Sightseeing in Yangon ging es per Flugzeug weiter zum Inle-See. Unser Ticket hatten wir nach Mandalay gebucht aber am Morgen änderten wir kurzfristig unsere Reisepläne und verließen den Flieger schon beim Zwischenstopp am Inle-See. Obwohl der See zu einem der Highlights Myanmars zählt, ist die Ortschaft Nyaungshwe, der Ausgangspunkt für alle Seebesichtigungen, noch sehr ursprünglich und wenig touristisch ausgebaut. Wir machten dort einen Tagesausflug und schipperten mit dem Boot zu etlichen Klostern und Handarbeitsbetrieben, entlang schwimmender Gärten und kleinen Fischerdörfern. Wir bekamen einen guten Einblick in das örtliche sehr einfache Leben.
Hier hätten wir es auch gut noch ein paar Tage länger ausgehalten, aber auf Grund unseres engen Zeitplanes mussten wir schon am nächsten Tag weiter nach Mandalay. Die Straßen in Myanmar sind in einem desolaten Zustand, ein Großteil ist nicht einmal befestigt und entspricht in etwa unseren Feldwegen. Dementsprechen benötigten wir für die ca. 200 Kilometer sechs Stunden reine Fahrzeit, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unglaublichen 33 km/h entspricht. In dem Taxi, welches wir uns mit einem älteren myanmarischen Paar teilten, wurde uns aber nicht langweilig, da die Landschaft durch die wir fuhren zwar sehr trocken aber herrlich anzuschauen war. Einziger Wehrmutstropfen war, dass der Herr annähernd die halbe Rückbank in Anspruch nahm.
Mandalay ist eine alte Königsstadt, es gibt hier zahlreiche Pagoden und Tempel zu besichtigen. Am ersten Tag schauten wir uns die Innenstadt und den Mandalay Hill an, am zweiten ging es in die nähere Umgebung, wo es noch mehr (zu viele!) Pagoden und Tempel anzuschauen gab. Außerdem statteten wir den Moustache-Brothers einen Besuch ab, einer regimekritischen Comedytruppe, die wegen ihrer Witze auch schon des öfteren eingesperrt wurde.
Nach einer abermals sehr langen Fahrt, diesmal leider durch weniger interessante Landschaften, kamen wir in Bagan an. Bagan zählt zu einem der Highlights ganz Südostasien. Es gibt hier auf einem Gebiet von 42 Quadratkilometern mehr als 3000 Tempel und Pagoden. Einzeln betrachtet sind die Tempelruinen von Angkor sicherlich eindrucksvoller. Aber erklimmt man einen der Tempel und lässt seine Blicke über die Ebene schweifen wird man mit einer atemberaubenden Szenerie belohnt: Hunderte von Tempel die im Dunst verschwinden.
Den ersten Tag ließen wir uns mit der Pferdekutsche durch die Gegend fahren, am zweiten Tag erkundeten wir die Umgebung mit gemieteten Fahrrädern selbst. Wir hatten uns mit Bonbons bewaffnet mit denen wir allzu nervige Händler effektiv abwimmelten und kleinen Kindern eine Freude bereiteten.
Steffen hätte einen Tag dort vollkommen gereicht, da er in letzter Zeit genügend Pagoden gesehen hatten und diesen langsam überdrüssig wurde.
Myanmar war eines der Länder, das uns am besten gefallen hat aber auch das mit Abstand ärmste. Es ist noch das totale Agrarland, der Großteil der Bevölkerung lebt als Bauer in sehr einfachen Verhältnissen. Die Felder werden noch ohne Maschinen nur von Hand und mit dem Ochsenkarren bewirtschaftet. Vor jedem größeren Gebäude stehen Genaratoren, da es täglich mehrmals stundenlange Stromausfälle gibt. Die Menschen sind daran gewöhnt und versuchen das Beste aus ihrer Situation zu machen. Sie sind zwar etwas zurückhaltender als in den anderen Ländern Südostasiens, aber nicht weniger freundlich.
Über einen kurzen Aufenthalt in Yangon, bei dem wir nochmal ein etwas ausgefalleneres Mittagessen hatten (es gab Fledermaus und Wildkatze, lecker aber höllisch scharf!), ging es zurück nach Bangkok, unserem Ausgangs- und Endpunkt in Südostasien. Nachdem wir Jakarta erlebt haben, kommt uns nun Bangkok recht sauber und gemütlich vor, was am Anfang unseres Trips ja nicht der Fall war. Wie sich doch während so einer Reise die Eindrücke und Empfindungen verschieben können...
Hier waren wir nun anderthalb Tage hauptsächlich damit beschäftigt, unserer Schwester Souvenirs zu kaufen. Momentan sitzen wir Café und warten die letzen Stunden ab, bis uns der Flieger wieder zurück in die Heimat bringt. Glücklicherweise haben die Rothemden, denen wir vorher auch noch schnell einen Besuch abgestattet haben, den Flughafen noch nicht blockiert, sondern geben sich mit ein paar Straßenzügen zufrieden.
Noch ein letztes Mal beobachten wir das geschäftige Treiben auf der Straße und genießen das sonnige, warme Wetter Südostasiens, bevor es ins (für uns wohl) ar***kalte Deutschland geht.
Shwedagon Pagode - das Wahrzeichen Yagons
Die Birmesen haben viele Lasten zu tragen
Ja, das ist eine Wasserpistole...
Ein Blick über Bagan
1 Kommentar:
... noch vielen Dank für eure Karte!
Kam heute an :-)
Die Blausteiner
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