Mittwoch, 31. März 2010

Myanmar

Die Zeit in Myanmar war viel zu knapp,
denn uns're Reise nun ein Ende hat.

Nach dem Tag Sightseeing in Yangon ging es per Flugzeug weiter zum Inle-See. Unser Ticket hatten wir nach Mandalay gebucht aber am Morgen änderten wir kurzfristig unsere Reisepläne und verließen den Flieger schon beim Zwischenstopp am Inle-See. Obwohl der See zu einem der Highlights Myanmars zählt, ist die Ortschaft Nyaungshwe, der Ausgangspunkt für alle Seebesichtigungen, noch sehr ursprünglich und wenig touristisch ausgebaut. Wir machten dort einen Tagesausflug und schipperten mit dem Boot zu etlichen Klostern und Handarbeitsbetrieben, entlang schwimmender Gärten und kleinen Fischerdörfern. Wir bekamen einen guten Einblick in das örtliche sehr einfache Leben.

Hier hätten wir es auch gut noch ein paar Tage länger ausgehalten, aber auf Grund unseres engen Zeitplanes mussten wir schon am nächsten Tag weiter nach Mandalay. Die Straßen in Myanmar sind in einem desolaten Zustand, ein Großteil ist nicht einmal befestigt und entspricht in etwa unseren Feldwegen. Dementsprechen benötigten wir für die ca. 200 Kilometer sechs Stunden reine Fahrzeit, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unglaublichen 33 km/h entspricht. In dem Taxi, welches wir uns mit einem älteren myanmarischen Paar teilten, wurde uns aber nicht langweilig, da die Landschaft durch die wir fuhren zwar sehr trocken aber herrlich anzuschauen war. Einziger Wehrmutstropfen war, dass der Herr annähernd die halbe Rückbank in Anspruch nahm.
Mandalay ist eine alte Königsstadt, es gibt hier zahlreiche Pagoden und Tempel zu besichtigen. Am ersten Tag schauten wir uns die Innenstadt und den Mandalay Hill an, am zweiten ging es in die nähere Umgebung, wo es noch mehr (zu viele!) Pagoden und Tempel anzuschauen gab. Außerdem statteten wir den Moustache-Brothers einen Besuch ab, einer regimekritischen Comedytruppe, die wegen ihrer Witze auch schon des öfteren eingesperrt wurde.

Nach einer abermals sehr langen Fahrt, diesmal leider durch weniger interessante Landschaften, kamen wir in Bagan an. Bagan zählt zu einem der Highlights ganz Südostasien. Es gibt hier auf einem Gebiet von 42 Quadratkilometern mehr als 3000 Tempel und Pagoden. Einzeln betrachtet sind die Tempelruinen von Angkor sicherlich eindrucksvoller. Aber erklimmt man einen der Tempel und lässt seine Blicke über die Ebene schweifen wird man mit einer atemberaubenden Szenerie belohnt: Hunderte von Tempel die im Dunst verschwinden.
Den ersten Tag ließen wir uns mit der Pferdekutsche durch die Gegend fahren, am zweiten Tag erkundeten wir die Umgebung mit gemieteten Fahrrädern selbst. Wir hatten uns mit Bonbons bewaffnet mit denen wir allzu nervige Händler effektiv abwimmelten und kleinen Kindern eine Freude bereiteten.
Steffen hätte einen Tag dort vollkommen gereicht, da er in letzter Zeit genügend Pagoden gesehen hatten und diesen langsam überdrüssig wurde.

Myanmar war eines der Länder, das uns am besten gefallen hat aber auch das mit Abstand ärmste. Es ist noch das totale Agrarland, der Großteil der Bevölkerung lebt als Bauer in sehr einfachen Verhältnissen. Die Felder werden noch ohne Maschinen nur von Hand und mit dem Ochsenkarren bewirtschaftet. Vor jedem größeren Gebäude stehen Genaratoren, da es täglich mehrmals stundenlange Stromausfälle gibt. Die Menschen sind daran gewöhnt und versuchen das Beste aus ihrer Situation zu machen. Sie sind zwar etwas zurückhaltender als in den anderen Ländern Südostasiens, aber nicht weniger freundlich.

Über einen kurzen Aufenthalt in Yangon, bei dem wir nochmal ein etwas ausgefalleneres Mittagessen hatten (es gab Fledermaus und Wildkatze, lecker aber höllisch scharf!), ging es zurück nach Bangkok, unserem Ausgangs- und Endpunkt in Südostasien. Nachdem wir Jakarta erlebt haben, kommt uns nun Bangkok recht sauber und gemütlich vor, was am Anfang unseres Trips ja nicht der Fall war. Wie sich doch während so einer Reise die Eindrücke und Empfindungen verschieben können...

Hier waren wir nun anderthalb Tage hauptsächlich damit beschäftigt, unserer Schwester Souvenirs zu kaufen. Momentan sitzen wir Café und warten die letzen Stunden ab, bis uns der Flieger wieder zurück in die Heimat bringt. Glücklicherweise haben die Rothemden, denen wir vorher auch noch schnell einen Besuch abgestattet haben, den Flughafen noch nicht blockiert, sondern geben sich mit ein paar Straßenzügen zufrieden.
Noch ein letztes Mal beobachten wir das geschäftige Treiben auf der Straße und genießen das sonnige, warme Wetter Südostasiens, bevor es ins (für uns wohl) ar***kalte Deutschland geht.

Shwedagon Pagode - das Wahrzeichen Yagons

 Fischer mit einbeiniger Rudertechnik

Schwimmende Gärten

 Ein beliebtes Spielzeug der Kinder

Das wohl am meisten verbreitete Verkehrsmittel

Die Birmesen haben viele Lasten zu tragen


Ja, das ist eine Wasserpistole...

Ein Blick über Bagan

Sonntag, 21. März 2010

Von Singapur nach Myanmar

In Myanmar angekommen,
hat die letzte Station unserer Reise begonnen.

Den dritten und gleichzeitig letzten Tag in Singapur verbrachten wir auf Sentosa, einer Insel im Sueden der Stadt, auf der sich ein riesiger Freizeitpark befindet. Bis auf die schoenen Straende dort kosten alle Attraktionen einen Batzen Geld, weswegen wir hauptsaechlich das Flair des Naherholungsgebiets genossen.
Abends ging es mit dem Flieger weiter nach Bangkok, wo wir nachts ankamen.

Da der Weiterflug nach Myanmar schon frueh am Morgen war, verbrachten wir die Nacht am Flughafen. Auf den Sitzen in der Empfangshalle, die wir uns als Nachtlager ausgesucht hatten, fanden wir trotz des Laerms um uns herum mehr Schlaf als erwartet. So waren wir recht fit fuer die gestrige Tour durch Yangon. Bei der Ankunft in unserem Hostel wartete schon unser Guide auf uns, welchen wir von anderen Reisenden empfohlen bekommen hatten und mit dem wir per Email schon vorher in Kontakt getreten waren. Dieser fuehrte uns mit den lokalen Bussen durch die Stadt, was guenstiger und interessanter war als mit einem Privattaxi. Es gab jede Menge Tempel, Pagoden und Maerkte zu sehen. Das absolute Highlight war aber die Shwedagon-Pagode, eine riesige Anlage mit unzaehligen Tempeln, die eine knapp hundert Meter hohe Stupa umrahmen. Alles klitzert und funkelt, kein Wunder bei elf Tonnen Blattgold die hier verarbeitet sind.

Dieses Mal herrscht wieder Einigkeit was die Feldstudien betrifft. Die Frauen in Singapur ragen optisch nicht heraus.
Mit einem endgueltigen Ergebnis fuer Myanmar wird es noch ein wenig dauern, allerdings zeichnet sich nach dem ersten Tag schon ein sehr positives Resultat ab.

Donnerstag, 18. März 2010

Mit Medi durch Indonesien

Der Medi war zum zweiten Male hier,
drum gabs für uns Gold Ochsen Bier!

Nach langer Zeit kommt nun endlich mal wieder ein neuer Blogeintrag. In den vergangenen Tagen hatte der abendliche Biergenuss Vorrang gegenüber dem Blogschreiben. Aber da ihr so kommentarfaul geworden seid, können wir ja auch mal etwas blogfaul sein...

In Yogyakarta trafen wir einen alten Reisegast wieder: Medi kam uns nochmal besuchen. Mit ihm schauten wir uns zwei Tage Yogya und die Umgebung an. Die Tempel von Borobudur und Pangandaran waren beeindruckend, auch wenn sie uns nicht so vom Hocker gehauen haben wie Angkor. Bei Borobudur lernten wir kennen, was es bedeutet ein Superstar zu sein. Es waren unzählige Schulklassen unterwegs, die von allen Teilen Indonesiens kamen und zum Teil noch kaum Westler gesehen hatten. Alle paar Sekunden kam die nächste Gruppe auf uns zu und es hieß: "Hello Misteerrrr! Can we take a picture?". Am Anfang war es ja noch ganz nett und witzig, mit der Zeit begann es aber irgendwie zu nerven. Wir wurden bisher ja schon des öfteren um ein Foto gebeten, aber es war noch nie so krass. In der einen Stunde wurden besitmmt hunderte Fotos von uns geschossen.

Der Tempel von Borobudur

Steffen als umschwärmtes Fotomotiv

Wir drei vor einem Tempel in Pangandaran

Außerdem kamen wir in Yogyakarta auch mal wieder in den Genuss diverser kulinarischer Highlights. Wir aßen Fledermaus, Pferd, Schlange und Taube. War alles ganz lecker, kommt aber nicht an Schwein oder Katze heran :-)
Das Gold Ochsen hingegen, welches Medi uns aus der Heimat mitgebracht hatte, schmeckte herrlich!

Leckere Fledermäuse...

 ...und leckeres Gold Ochsen!

In einer sehr, sehr langen Busfahrt, während der der Bus das vierte Mal verreckte und uns dadurch einen zweistündigen Aufenthalt in der Werkstatt bescherte, ging es Richtung Mount Bromo, einem Vulkan im Osten Javas.  Am darauf folgenden Tag mussten wir um 3:00 Uhr aufstehen, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang bei den Vulkanen zu sein, nur um dann festzustellen, dass der Morgen nebelverhangen war und man nichts sehen konnte!

Einer der Vulkane auf Java...

...und wir drei davor!

Von dort aus fuhren wir in einer weiteren sehr, sehr langen Busfahrt nach Bali. Wir kamen dort erst gegen Mitternacht an und mussten noch ein Zimmer finden, was auch noch eine Weile dauerte. Am nächsten Tag erholten wir uns erst einmal am Strand von Kuta und im Swimming-Pool von den ganzen Strapazen der langen Busfahrten.

Nachdem wir unsere Batterie wieder aufgeladen hatten zogen wir weiter nach Ubud, dem kulturellen Zentrum Balis, das abseits der Strände im Landesinneren liegt. Hier waren wir froh als Männergruppe unterwegs zu sein, da es in den vielen kleinen Boutiquen jede Menge Kruscht zu kaufen gab und eine Frau dort wohl Tage (und mehrere Monatsgehälter) verbringen würde. Ubud ist ein guter Ausgangspunkt um die Insel mittels Tagestouren zu erkunden. Wir radelten durch strömenden Regen, besichtigten mehrere Tempel, bestaunten die grünen Reisfelder und tauchten zu einem Wrack der US-Marine aus dem zweiten Weltkrieg. Die Abende wurden meist auf der Veranda unserer netten Unterkunft direkt bei den Reisfeldern bei dem ein oder anderen Bierchen verbracht.
Bali ist eine vielseitige Insel die deutlich mehr zu bieten hat als nur die Strände auf die sie oft reduziert wird.

Reisterrassen auf Bali

Tanah Lot, einer der Tempel auf Bali

Wir waren gerade zu dem Zeitpunkt auf der Insel, an dem die Balinesen ihr Neujahrsfest feiern. In den Tagen vor Neujahr ziehen die einzelnen Dörfer jeweils geschlossen in einer Prozession ans Meer um sich dort rituell zu reinigen und das neue Jahr ohne alte Lasten beginnen zu können. Am Tag vor Neujahr werden in einer Parade finster dreinschauende Monster, sogenannte "Ogor Ogor", durch die Straßen getragen, welche die bösen Geister vertreiben sollen. Das Ganze hat starke Ähnlichkeiten mit einem Faschingsumzug bei uns. Neujahr selbst verbringen die Balinesen mit ihren Familie in den eigenen vier Wänden. Es ist ein Tag der Besinnung, an dem es weder erlaubt ist, etwas zu essen, das Haus zu verlassen oder auch nur ein Licht anzuschalten. Das gesamte öffentliche Leben kommt komplett zum Erliegen, z.B. werden auch Bankautomaten abgeschaltet und selbst den Touristen ist es nicht gestattet, die Hotelanlage zu verlassen. Dank eines schönen Pools hielten wir es aber auch gut dort aus.

Ein Ogor Ogor wird durch die Straßen getragen

Dann war auch schon wieder der Tag des Abschieds gekommen. Wir flogen weiter nach Singapur, während Medi gerade noch seine letzten Tage auf Bali und Umgebung genießt. Singapur ist ganz anders als die restlichen Großstädte Südostasiens. Hier gibt es kein ständiges Gehupe, die Autos halten an roten Ampeln und Zebrastreifen auch tatsächlich an, es gibt keinen Gestank und alles ist sehr sauber. Das öffentliche Verkehrssystem funktioniert anstandslos und wenn einem nicht ständig asiatische Gesichter begegnen würden, könnte man auch in einer westlichen Großstadt sein. Abgesehen von den ganzen Shopping-Malls, den teuren Bars und Entertainment-Parks hat die Stadt touristisch allerdings nicht so viel zu bieten. Nach einem Rundgang durch China-Town, das Kolonialviertel und Little-India hat man eigentlich alles gesehen.

Unter der Mithilfe von Medi wurden auch unsere Feldstudien fortgeführt, wobei wir uns allerdings nicht auf ein gemeinsames Abschlussergebnis einigen konnten.
Zusammenfassend und verkürzend kann gesagt werden, dass die Frauen in Indonesien nur durchschnittlich sind (ähnliches Niveau wie auf dem Festland Malaysias). Zu Bali gab es unterschiedliche Ansichten: während Steffen und Medi die Frauen dort eher schlechter als selbige auf Java fanden,gewichtete Oli die Ausreiser nach oben, die er auf Bali zu Gesicht bekam, in seiner Gesamtbewertung stärker und kam zu dem Ergebnis, dass auf Bali die schöneren Frauen leben.
Die Ergebnisse zu Singapur folgen in Kürze.

Freitag, 5. März 2010

Surfen + Dieng-Plateau

Die Fahrt ins Dieng-Plateau dauerte 'ne Ewigkeit,
am Ende war's sogar mit uns'rer Freundlichkeit vorbei.

Wie angekündigt sind wir nun kochende, massierende Sufboys. Den Kurs konnte man zwar nicht wirklich Kurs nennen, nach ein paar einführenden Anweisungen wurden wir mehr oder weniger mit unserem Brett alleine gelassen. Nichtsdestotrotz schafften wir es aber dennoch die ein oder andere Welle zu reiten. Es war anstrengender als gedacht und am Ende waren wir ziemlich platt.

Die zwei Surfboys

Oli bezwingt die Welle

Der nächste Tag machte keinen Spaß. Entgegen der Ankündigung schnell und einfach an unser Ziel, das Dieng-Plateau zu kommen, wurde die Anreise zur reinsten Odysee. Bei der morgendlichen Fahrt mit dem Minibus und Zug nach Kotu Arjo klappte noch alles ordentlich. Doch dann gingen die Probleme los: Uns war mitgeteilt worden, dass es von dort eine direkte Verbindung nach Dieng geben würde, was sich vor Ort als Lüge herausstellte. Stattdessen mussten wir drei verschiedene Busse nehmen, bis wir abends in Wonosobo, noch eine Stunde von unserem eigentlichen Ziel entfernt, ankamen und feststellen mussten, dass keine Busse mehr ins Dieng-Plateu fahren würden. Das eigentlich Nervige dabei war, dass wir dabei sowas von offensichtlich abgezockt werden sollten und zunächst der achtfache Fahrpreis von uns verlangt wurde. Als wir uns lange genug geweigert hatten, diesen zu bezahlen, gaben sie sich auch mit einem nur noch leicht erhöhten Fahrpreis zufrieden. Hinzu kam, dass auf Grund von Verständigungsschwierigkeiten eine stete Ungewissheit über die Fahrtroute und das aktuelle Ziel des Busses herrschte. In Wonosobo fanden wir nach geraumer Suche aber wenigstens eine edle Unterkunft, wo sich unsere Gemüter wieder beruhigen konnten. Wir beschlossen, von Wonosobo aus einen Tagesausflug ins Dieng-Plateau zu unternehmen. Die Busfahrt entlang der kurvenreichen Strecke war sehr interessant, ständig stiegen Menschen mit ihren Gemüsewaren oder Tieren ein und aus. Abermals waren wir beeindruckt, wie viel in einen Kleinbus hinein passt.
Das Dieng-Plateu selber war weniger beeindruckend als in den Reiseführern beschrieben, aber dafür hatten wir einen sehr netten Führer. Dieser lud uns im Anschluss noch auf einen Tee zu sich nach Hause ein und seine Frau servierte ein köstliches, lokales Mahl.

Geothermalgebiet im Dieng-Plateau

Arbeitenden Bevölkerung auf dem Feld

Für die heutige Fahrt nach Yogyakarta bestellten wir uns einen Haus-zu-Haus-Minibus, sodass die Tour ohne Komplikationen verlief.

Wir freuen uns nun darauf, ab morgen ein neues altes Mitglied in unserer Reisegruppe begrüßen zu dürfen, wenn Medi uns nochmals besuchen kommt!

Montag, 1. März 2010

Erste Tage in Indonesien

Jakarta ist zwar ein Drecksloch,
aber beim Ekkehard gefällts uns doch!

Bei der Einreise nach Indonesien, mitten in der Nacht am Flughafen in Jakarta, erlebten wir gleich unseren ersten Schock: Der Grenzbeamte wollte uns nicht ins Land lassen mit der Begründung, dass wir noch nicht im Besitz eines Rückflugticket seien. Es gibt hier zwar eine Regel, dass man seine Ausreiseabsichten belegen können muss, welche aber von verschiedenen Grenzbeamten unterschiedlich ausgelegt wird. Unserer wollte unsere Tickets von Singapur nach Bangkok bzw. von Bangkok nach Hause nicht akzeptieren und machte den klaren Eindruck bestochen werden zu wollen. Als wir nicht auf seine Andeutungen eingingen und stattdessen nach seinem Vorgesetzten fragten, schickte er uns mit der Aufforderung ein Ausreiseticket zu besorgen wieder in den Transitbereich zurück. Dort trafen wir eine Holländerin, der es ähnlich ergangen war. Mit der Hilfe eines Verantwortlichen von AirAsia und weiterer guter Zurede, durften wir nach einer geschlagenen Stunde schließlich doch ins Land (auch ohne ein Ticket gebucht oder Extrageld bezahlt zu haben).

Jakarta ist ein ziemliches Moloch, es ist schmutzig und stinkt, der Verkehr ist völlig verrückt, man braucht ewig um von A nach B zu kommen und außer dem Nationaldenkmal gibt es eigentlich kaum etwas zu sehen. Das einzig Positive war die Freundlichkeit der Indonesier und unsere Unterkunft: Während unserer Zeit in Jakarta konnten wir freundlicherweise bei Ekkehard, einem Verwandten, unterkommen. Hierfür noch ein großes Dankeschön! Im Vergleich zu unseren sonstigen Unterkünften war dies der reine Luxusort. Wir genossen den Pool, das ausgezeichnete Essen sowie das allabendliche Bintang-Bier.
Wir begleiteten Ekkehard in sein Studienkolleg, eine Einrichtung, die Ausländer auf ein Studium in Deutschland vorbereitet, und berichteten dort von unseren Universitätserfahrungen.
Außerdem besorgten wir uns ein Visum für Myanmar, unserem letzen Reiseziel. Das Millitärregime hat wohl große Angst davor ausländische Journalisten ins Land zu lassen und frägt beim Antrag nach allerlei Details. Wir hatten einen Brief zu schreiben, in dem wir z.B. unsere geplante Route angeben mussten, erklären warum wir den Antrag nicht schon von Deutschland aus gestellt hatten und unseren Studentenstatus mittels eines gültigen Studentenausweises nachweisen. Nach drei Tagen Wartezeit bekamen wir aber schließlich unser Visum ohne Probleme ausgestellt.
Am letzten Abend testeten wir auch noch das Nachtleben Jakartas aus. Einer der wenigen Punkte, in denen die Stadt richtig glänzen kann! Die Frauen waren der absolute Hammer, auch wenn das Bier fast schon europäische Preise kostete. Wir starteten den Abend in einer netten Bar mit Livemusik und Billardtischen, dort lernten wir zwei Mädels kennen, mit denen wir anschließend in einen edlen Club weiterzogen. Mit unseren Flip-Flops und Outdoorhose waren wir im Vergleich zu den ganzen Hemd-Trägern mit ihren edlen Schuhen ziemlich underdressed, aber mit unseren Mädels machten wir das wieder wett... ;-)

Als nächstes ging es mit dem Zug durch herrliche Landschaften entlang von Reisfeldern und über tiefe Schluchten weiter nach Bandung, einem weiteren Drecksloch. Dieses ist ebenfalls groß, laut, chaotisch, dreckig und stinkt. Im Gegensatz zu unserem Aufenthalt bei Ekkehard übernachteten wir wieder in einer der angestammten Budgetunterkünfte, diesmal allerdings eher einer der versiffteren Sorte - eine ganz schön harte Umstellung.
Mit dem öffentlichen Nahverkehr unternahmen wir einen Tagesausflug zu einem nahegelegenen Vulkan. In dem Minibus, mit dem in Deutschland maximal acht Personen befördert werden, waren wir mit 20 anderen Menschen zusammengepfercht. Nach dieser Tortur tat es gut, sich beim Herumlaufen um den Krater die Beine vertreten zu können.

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel Pangandaran, einer kleinen Stadt am Strand, verreckte mal wieder der Bus, das dritte Mal während unserer Reise. Uns störte dies aber nicht großartig, da ohnehin der ganze Tag für die Fahrt drauf ging. Außerdem sieht man hier solche Dinge allgemein etwas gelassener. Nach den großen, chaotischen Städten tut es nun gut, wieder an einem kleineren, ruhigeren Ort zu sein. Heute machten wir eine Tour zum Green Canyon, wo wir in einer Schlucht im grünen Wasser schwimmen und von den Felsen springen konnten.

Unser erster Eindruck von Indonesien, neben der Freundlichkeit der Menschen, ist, dass hier so gut wie jeder raucht und dass die Leute anscheinend kein großes Problem damit haben, nach einer Party betrunken noch heimzufahren. Bezüglich unserer Feldstudien haben wir, wie schon erwähnt, bereits erste Erfahrungen gesammelt. Bevor wir aber ein Resultat veröffentlichen werden, wollen wir uns noch ein externes Gutachten von Medi einholen, den wir am Samstag in Yogjakarta treffen werden.

Morgen machen wir aber zunächst mal einen Surfkurs, dann sind wir also nicht mehr nur massierende Köche oder kochende Masseure, sondern kochende, massierende Surfboys :-) Unser Preis steigt also immer weiter...

Eine der Klassen des Studienkolleg

Blick in den Krater

Der Green-Canyon

Mal wieder ein Sonnenuntergang

In Jakarta gabs eine deutsche Bäckerei. Da konnten wir den Leberkäswecken nicht widerstehen