Freitag, 4. Dezember 2009

Weiteres aus Kambodscha

Medi und Conny bei uns waren,
der Bierkonsum wird nun zurückgefahren.

Nachdem wir in Sihanouk Ville lange genug Sonne getankt hatten, entschieden wir uns nach Kampot weiterzufahren. Dort machten wir eine zweitägige Wandertour durch den Dschungel des nahegelegenen Bokor-Nationalparks. Den erste Tag ging es steil bergauf, bei 30 Grad eine recht anstrengende Angelegenheit. Auf dem Gipfel angekommen bestaunten wir den Sonnenuntergang über dem Meer. Wir übernachteten in der Ranger-Station neben einer verlassenen französischen Ortschaft. Abends liefen wir zum Casino, einem wunderschönen alten Gebäude mit herrlicher Lage an den Klippen zum Meer hin gewandt. Man sagt, dass es dort spuken soll, da die von den Roten Khmer an diesem Ort Ermordeten noch keine Ruhe gefunden haben. In den Wänden befinden sich Einschusslöcher, die laut unserem Guide Pfeifgeräusche verursachen, wenn der Wind durch sie hindurchbläst, was mit zu der Spukgeschichte beiträgt. Uns sind jedenfalls keine Geister begegnet und Conny hat sich in dieses Gebäude verliebt. Am nächsten Tag ging es den Berg wieder hinunter, entlang überwucherter, schmaler Dschungelpfade. Unten angekommen gönnten wir uns dann ein erfrischendes Bad im Fluss! Die Tour war sehr witzig, aber leider konnten wir bis auf ein paar Schlangen und das Gebrüll der Affen keine weiteren wilden Tiere erspähen.

Nach der Dschungeltour trennten sich unsere Wege. Oli und Medi gingen direkt weiter nach Saigon (bzw. offiziell Ho Chi Minh) in Vietnam, während Conny und Steffen noch zwei Tage in Kep, Kambodscha verbrachten.

Kep ist eine alte französische Kolonialstadt, die im Laufe der wechselhaften neuzeitlichen kambodschanischen Geschichte zweimal aufgegeben wurde und sich mittlerweile wieder im Aufbau befindet. Abgesehen von ein bisschen Strand und guten Meeresfrüchten (insbesondere Krebsen) hat es nicht viel zu bieten. Daher machten wir einen Tagesausflug auf die Rabbit Island (Haseninsel), wo es einen netten Strand mit Palmen und kleinen, sehr schlichten Bungalows gab (Falls jemand schon auf Fidschi war; es hat mich sehr danach erinnert). Dort umrundeten wir einmal die Insel, wofür wir ungefähr zwei Stunden benötigten und was uns an einer sehr interessanten Seegrasfarm vorbei führte. Abends, wieder zurück in Kep, gingen wir auf den Krebsmarkt und gönnten uns als Abschiedsessen köstlichen Krebs. In unsere Hostelbar kamen wir dann noch ins Gespräch mit dem Barkeeper; wir mussten ihm erklären, wie man die Drinks mixt, da er nur zur Aushilfe da war und keine Ahnung hatte. Er bot uns dann an uns noch auf ein lokales Dorffest mitzunehmen, was wir sehr gerne annahmen. Dort gab es eine (sehr amateurhafte) Theateraufführung, die wir leider nicht verstanden, welche aber dennoch sehr interessant war.
Am nächsten Tag ging es dann für mich weiter nach Ho Chi Minh, mich wieder mit Oli und Medi zu treffen, während Conny noch einen weiteren Tag in Kep verbrachte. Die Fahrt dorthin war sehr lang und abenteurlich. Zuerst ging es mit dem Motorrad über Feldwegen und Dörfern kurz vor die Grenze. Dort musste ich das Motorrad wechseln, welches mich dann schließlich über einen kleinen, schäbigen Grenzposten nach Vietnam in eine nahegelegene Grenzstadt brachte, von wo aus ich einem Minibus nach Ho Chi Minh nahm. Die siebenstündige Fahrt war sehr anstrengend, da der Bus total überfüllt und eher für die asiatischen Größenverhältnisse ausgelegt war. Ich war total froh als ich endlich in Ho Chi Minh ankam und mit Medi und Oli ein wohlverdientes Bier trinken konnte.

Medi und ich nahmen schon am Montag den Bus nach Ho Chi Minh. Die Reise nahm den ganzen Tag in Anspruch und abends gönnten wir uns dann noch ein Bierchen in einer netten Bar mit guter Musik und beobachteten dabei das Straßengeschehen vor uns. Der Verkehr hier in Saigon ist total verrückt! Eine Armada von Rollern fährt durch die Straßen und bis auf zwei Verkehrsregeln scheint es hier keine zu geben:
1.) Fahre (zumindest die meiste Zeit) auf der Straße und das (zumindest die meiste Zeit) auf der rechten Seite. Sollte die rechte Seite einmal verstopft sein, so ist es ohne weiteres möglich, auch die linke Seite als Fahrspur zu benutzen, was allerdings durch lautstarkes Hupen angedeutet werden sollte.
2.) Der größere Verkehrsteilnehmer hat stets Vorfahrt, was zu folgender Rangordnung führt: Bus - Auto - Roller - lange nichts - Fußgänger
Solange man diese beiden Regeln beachtet ist man relativ sicher, auch wenn es immer wieder ein Abenteuer ist, die Straße zu überqueren denn Ampeln und Zebrastreifen scheinen hier mehr zur Dekoration vorhanden zu sein.
Am nächsten Tag liefen wir durch die Stadt, wobei vor allem das Kriegsmuseum mit seinen vielen Fotos des Krieges sehr beeindruckend war (wenn auch alles recht einseitig dargestellt wurde...). Um die Stadt einmal von oben zu sehen, machten wir noch einen Abstecher ins "Sheraton": Mit unseren Shorts und T-Shirt ging es hinein, vorbei an sämtlichen Securitys, Portiers und sämtlichen Anzugträgern, ohne dass diese uns ansprechen konnten und ab in den Fahrstuhl. Die Aussicht war nicht ganz so gut, wie erhofft, aber es war sehr witzig, den ganzen Angestellten aus dem Weg zu gehen.
Am nächsten Tag fuhren wir zu den Tunneln von Cu Chi, einem Tunnelsystem, das der Vietcong während des Vietnamkriegs angelegt hat. Uns reichten schon die 120 Meter, durch die wir gelaufen sind; insgesamt erstrecken sich die Tunnel über eine Länge von 258 km. Nachmittags ging es auf den Markt zum Shoppen. Auch wenn der arme Medi jetzt alles heimschleppen muss (DANKE!!!), spare ich mir so wenigstens für die nächsten zwei Jahre das Einkaufen in Deutschland...
Abends trafen wir uns wieder mit Steffen und zu Medis Abschied gingen wir noch einmal gemeinsam Hund essen (war gar nicht so leicht, das zu finden). Er war besser als in Kambodscha, weil nicht so durchgebraten, dennoch bleiben Schwein, Rind und Hühnchen meine Favoriten...

Weiter pflichtbewusst durchgeführte Feldstudien haben ergeben, dass die Vietnamesinnen schönheitstechnisch deutlich hinter den Kambodschanerinnen, Laotinnen und Thailänderinnen zurückliegen. Während in den zuletzt genannten Ländern mindestens jede zweite Frau eine Augenweide ist, trifft dies hier nur auf eine geringere Anzahl weiblicher Einwohner zu. Auch ein externes Gutachten (-->Medi) ergab ähnliche Ergebnisse.
Diese Resultate sind allerdings als extrem subjektiv zu betrachten, vor allem vor dem Hintergrund, dass wir die letzten zweieinhalb Wochen mit einer der schönsten aller Frauen verbracht haben.

Medi und Conny haben uns nun also wieder verlassen. Es war eine schöne Zeit mit euch! Danke dafür!!!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Conny und Medi nun gegangen,
die Buben wieder mit dem Schreiben anfangen.
Die Sonnenuntergänge sind sehr schön,
drum werden wir nach Thailand gehn.
Man zählt in Deutschland schon die Tage,
ihr glaubt es kaum, es ist eine richtige Plage.
Auf das Wiedersehen wir uns schon sehr freuen,
wir werden diese Reise sicherlich nicht bereuen.
Hoffentlich trinkt ihr Bier noch immer mit Genuss,
denn wir haben darauf auch schon große Lust.
Die Tour wird sicherlich interessant,
wenn ihr sie schüttelt aus der Hand.